Farah Alnihawi
Ich habe meist kein Verlangen zu sprechen.
Die Gespräche um mich herum wirken belanglos,
sie vermehren sich wie ein Hautausschlag,
entzünden sich wie Blasen
und platzen dann in die Luft.
Sie reden weiter,
als hätten sie nur einen einzigen Muskel, den sie
trainieren –
stark, unermüdlich,
und ohne Erinnerung daran,
dass er Teil eines Körpers ist.
Vielleicht haben sie den Rest von sich irgendwo
vergessen:
Rippen und Gliedmaßen,
alles, was den Menschen im Hier und Jetzt
verankert.
Was mich betrifft,
taste ich nach meinem Hals,
als wäre er ein überflüssiges Stück.
Manchmal stelle ich mir vor,
wenn meine Kehle entfernt würde –
würde sich überhaupt etwas ändern?
